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Spitalkellerei Konstanz
Die Spitalkellerei Konstanz ist die älteste noch bestehende Stiftungskellerei Deutschlands mit etwa 20 ha Rebfläche ein altes traditionelles Weingut. Außer den eigenen Reben werden von der Spitalkellerei auch die Weine des Weinguts Schloß Rheinburg sowie der Winzerstube zum Becher, Meersburg, ausgebaut. Von den 18,56 ha bestockter Rebfläche werden im Durchschnitt 130.000 Liter geerntet, diese werden als Wein und Sekt vermarktet. Die Destillate aus der eigenen Hausbrennerei runden das Sortiment ab.
Die Weine der Spitalkellerei reifen in Konstanz rechtsrheinisch auf der Einzellage Sonnenhalde und in Meersburg auf der Haltnau, der zweiten Einzellage des Betriebes. Die beiden Lagen sind im Alleinbesitz der Spitalkellerei , d.h. kein anderer Weinbaubetrieb kann Weine mit dieser Bezeichnung vermarkten.
Konstanzer Weine werden in verschiedenen Lagen angebaut und für unterschiedliche Anlässe gelesen und ausgebaut. Die "Konstanzer Sonnenhalde" besteht aus zwei verschiedenen Weinbergen: Aus dem bekannteren "Raitheberg" mit dem Bismarckturm, mitten in Konstanz und aus der "Sonnenhalde", die topographisch geschützt ca. 500 m Luftlinie vom See entfernt liegt und im Laufe der Jahrhunderte von Wohngebieten umschlossen worden ist.
Die "Meersburger Haltanu" gehört zu den großen und klassischen Weinbergslagen am See. Das Weingut gehört seit 1272 zur Kellerei. Die "Haltnau" ist immer einen Ausflug wert. Vom Rebturm auf der Haltanu hat man einen wundervollen Ausblick auf den ganzen See. Der leichte und gesteinshaltige Boden sowie die exponierte, offene, süd-süd-westliche Lage verleihen den Weinen ihren besonderen Charakter. Wendelgardsage
Im schönsten Teil der Spitalkellerei, im Rheinmühlenhaus, welches aus dem 14. Jahrhundert stammt, steht ein geschnitztes Holzfaß, das Wendelgardfaß.
Einst soll in Meersburg auf dem Hof Haltnau ein reiches Edelfräulein namens Wendelgard von Halten gelebt haben. Trotz ihres großen Besitzes war sie einsam und allein geblieben, denn sie hatte ein Schweinsrüsselchen und war sehr häßlich. Da sie aber dennoch Kontakt zu anderen Menschen suchte, bot sie der Stadt Meersburg ein Tauschgeschäft an. Wenn jeden Sonntag ein Stadtrat mit ihr eine Kutschfahrt unternehmen würde, abends mit ihr dinieren und dieses Mahl mit einem Kuß besiegeln würde, dann ginge nach ihrem Tode des Rebgut Haltnau in den Besitz der Stadt Meersburg über. Diese lehnten das Angebot ab. Gleiches Angebot machte sie der Stadt Konstanz, wo es auch angenommen wurde. Man sagt, Wendelgard sei über 90 Jahre alt geworden und hätte viele Stadträte überlebt, aber so ist die Stadt Konstanz heute noch immer im Besitz dieses schönen Gutes in Meersburg.
Der Weinbau
Zur Erhaltung und Schaffung eines gesunden Ökosystems betreibt die Spitalkellerei einen kontrolliert umweltschonenden Weinbau. Der Trester kommt als Humus zurück in den Weinberg, das Gras, welches unter den Stöcken wächst, wird gemulcht und nicht wie in anderen Betrieben mit Herbiziden abgespritzt. Einer der gefährlichsten Rebschädlinge, die Raupen des Traubenwicklers, wird nicht mit Gift, sondern mit Duftstoffen bekämpft. Die Qualität des Weines beginnt im Weinberg, deshalb wird im Betrieb eine sorgfältige Laubarbeit und Bodenbearbeitung durchgeführt, Pflanzenschutzmittel zur Pilzbekämpfung werden so wenig wie möglich angewandt. Hier werden sorgfältig die Niederschläge und Temperaturen kontrolliert und erst wenn nötig, die Behandlungen durchgeführt. Ende Sommer werden sorgfältig die Traubenzonen belichtet, d. h. alte und überschüssige Blätter entfernt, damit die Trauben genug Licht und Sonne erhalten. Die Erntemenge wird schon grob im Winter mit dem Rebschnitt bestimmt, wieviel Augen angeschnitten werden. Anfang August werden dann Nachblütler und Überbehang entfernt, da in Baden die Erntemenge auf 90 Liter/Ar gegrenzt ist.
Im September wird dann der Zuckergehalt (die sogenannten Öchsle) und die Säure gemessen und Rebverwalter und Kellermeister schauen sich die Rebanlagen genau an, um den idealen Erntetermin zu bestimmen. Dann werden die Trauben von den Erntehelfern abgeschnitten und in den Keller transportiert.
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