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Ursprünge des Weinbaus am Bodensee

Die ersten urkundlichen Erwähnungen des Weinbaus am Bodensee gehen auf das 7. Jahrhundert zurück, insbesondere durch die Klostergründungen in St. Gallen und auf der Reichenau. So ließ Abt Hatto im Jahre 808 nachweislich Reben pflanzen. 884 ließ Kaiser Karl der Dicke im Bodmaner Königsweingarten die ersten Spätburgunderreben Deutschlands pflanzen.

Im 13. Jahrhundert wurden mehrere Spitalstiftungen gegründet, die auch Weinbau betrieben (Konstanz, Überlingen, Salem). Im 15. Jahrhundert standen am Bodensee fast 4.000 ha Weinberge, damals gab es weder Tee noch Kaffee, diese wurden erst später durch die Hanse und die Türken nach Europa gebracht. Der Wein war in der damaligen Zeit das gesündeste Getränk und wurde auch in großen Mengen konsumiert. Jeder Rebarbeiter der Spitalstiftung Konstanz bekam als tägliche Ration für die sehr harte Arbeit 3 Maß Wein, das sind 3,6 Liter.

Die Stadt Überlingen erntete im Jahre 1552 5,6 Mio. Liter Wein, das ist mehr als die gesamte Bodenseeregion heute zusammen erzeugt. Nach mehrerer großen Ernten mußten die Überlinger damals mehrere 100.000 Liter in den See laufen lassen. Noch im 19. Jahrhundert waren etwa 2.500 ha am See mit Reben bepflanzt, dann wurden durch Pilzkrankheiten und die Reblaus riesige Rebflächen in ganz Europa zerstört. Erst nach geraumer Zeit gelang es durch Pfropfung der Sorten auf reblausresistente amerikanische Unterlagen der Reblaus Herr zu werden.

Durch den 2. Weltkrieg und schwere Frostjahre 1956/1957 erreichte der Weinbau am Bodensee mit 120 ha seine Tiefstand. Die altan Sorten Elbling und Räuschling, die einen sehr herben und sauren Wein ergaben, wurden durch neue Sorten ersetzt. Heute werden im kleinsten der 9 badischen Bereiche auf 479 ha die so typischen Bodenseeweine erzeugt.


Das besondere Klima des Bodensee

Wesentliche Voraussetzungen für das Gelingen der See-Weine sind die Länge der Vegetationszeit sowie die Zusammensetzung des Bodens. Die Sonnenscheindauer erreicht sogar für das sonnenverwöhnte Baden Spitzenwerte ( Sonnenscheindauer von Mai - Oktober 1250 Stunden ). Die variationsreichen Spiegelungen der im stets bewegten Wasser erhöhen die Sonnenenergie um 20 Prozent. Das Voralpenklima und die Höhe der Bodenseeregion ( rd. 400 - 450 m ü.M. ) sorgen andererseits für vergleichsweise bescheidene Durchschnittstemperaturen, die durch die Wärmespeicherkapazität des Sees aber zu einer ausgewogenen Jahrestemperatur stabilisiert werden. Sie garantiert zusammen mit dem ausgiebigen Herbst, in dem der Föhn immer wieder für wolkenfreie Sonneneinstrahlung sorgt, eine lange, von großen Schwankungen freie Vegetationsperiode.

Die Bodenstruktur, lockere Moräneschotterböden auf Molasseuntergrund, entstanden in der letzten Eiszeit, garantiert eine schnelle Erwärmung und eine gute Wärmespeicherung. Ideale Voraussetzungen für den Rebanbau an den sonnigen Südhängen zum Bodensee.




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